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Kurzer chronologischer Ablauf der Ortsgeschichte
Zeittafel
704
Arnstadt wurde am 1.5. erstmals in einer Urkunde erwähnt (Arne-stati). Der Thüringer Herzog Hedan II. schenkte mit Bestätigung seiner Gemahlin Teodrada und seines Sohnes Thuring seinen Gutshof „Arnstati super fluvio Huitteo“ dem angelsächsischen Bischof Willibrord von Utrecht.
726
Arnstadt ging an die Abtei Echternach und später durch Tausch an die Abtei Hersfeld über
789
Im „Chronicon Gottwicente“ wird berichtet, daß die Grafen von Käfernburg (Kefernburg) auch Arnstadt
bereits zu der Zeit besaßen, als im 8. Jahrhundert die Sorben - Wenden über die Saale gerückt waren.
954
König Otto I.(* 23.11.912; +7.5.973) hielt am 17.12. in Arnstadt eine Reichsversammlung (der auch Graf
Sizzo von Käfernburg beiwohnte) ab. Sein Sohn Wilhelm, der die Gründung der Liebfrauenkirche zu
Arnstadt beschloß, wurde hier zum Erzbischof von Mainz ernannt.
Mit seinem aufständischen Sohn Liudolf von Schwaben schloß er Frieden.
1141
Das Haus Käfernburg nahm seinen Anfang. Der Stifter der Linie war Graf Sizzo III.
Die Käfernburg („Kevernburg“) wurde am 8.11. erstmals urkundlich erwähnt. (Auftritt des Graf Sizzo III. von Käfernburg als Zeuge).
1160
Graf Sizzo III. teilte sein Reich unter seinen beiden Söhne auf. Dabei wurde u. a. Stadtilm geteilt. Eine Hälfte blieb danach käfernburgisch, die andere Hälfte wurde schwarzburgisch.
Der verstorbene Graf Sizzo III. von Käfernburg wurde im Kloster Georgenthal begraben.
1198
Die Reichsfürsten versammelten sich in Arnstadt und wählten am 6.3. Philipp von Schwaben ( * 1176; +
1208) zu ihrem König.
1220
Arnstadt wurde erstmalig als „civitas“, also als Stadt bezeichnet. Das Stadtrecht bekam Arnstadt aber erst
1266.
1246
Franziskanermönche (Barfüßer) übersiedelten von Gotha nach Arnstadt und errichteten hier das
Franziskanerkloster (Oberkirche).
1263
Am 11.1. wurde erstmals eine Münzstätte in Arnstadt urkundlich erwähnt.
1266
Arnstadt bekam am 21.4. vom Abt Heinrich IV. das Hersfelder Stadtrecht verliehen.
1302
Mit dem Tod des Grafen Günther VIII. (um Allerheiligen) starb das Geschlecht der Käfernburger aus. Sein
Erbe (die Hälfte Arnstadts) erhielten:
seine Tochter Adelheid, die mit Otto VI. von Orlamünde-Plassenburg verheiratet war; seine Tochter Irmgard,
verheiratet mit Heinrich IV. von Hohnstein.
1306
Am 13.2. erwarben die Grafen Heinrich und Günther von Schwarzburg käuflich den orlamündeschen Teil
des Käfernburgischen Erbes in der Herrschaft Arnstadt und am 20. 3. den Honsteinischen Teil. Von diesem
Tage ab (20.3.1306) gehörte die Hälfte Arnstadts (die käfernburgische Hälfte) zum Gräflichen bzw. (später)
fürstlichen Haus Schwarzburg. Durch die spätere Kalenderverschiebung entspricht der 20.3. dem 2. April.
Die andere Hälfte Arnstadts war noch hersfeldisch.
1330
Es wurde damit begonnen, die Stadt zu erweitern und mit Mauern zu umgeben.
1332
Die Schwarzburger Grafen erwarben die Hersfelder (größere) Hälfte Arnstadts, indem sie diese vom
Hersfelder Abt Ludwig II. von Mansbach abkauften.
Kaiser Ludwig IV., der Bayer bestätigte diesen Kauf am 9.3. Nunmehr ging also ganz Arnstadt in den Besitz der Schwarzburger über.
Die Ummauerung der Stadt war abgeschlossen.
1340
Das Spital St. Georgi, vor dem Erfurter Tor, wurde erstmals urkundlich erwähnt.
1342
Die Erfurter, im Bunde mit dem Markgrafen Friedrich von Meißen, belagerten Arnstadt. Die Bürger, mit
Graf Günther XXI. an der Spit-ze, verteidigten die Stadt erfolgreich, und der neue, zweifache Mauerring um
Arnstadt hielt stand. Am 27.10. kam es bei Egstedt nach einem gelungenen Ausfall der Arnstädter zu einem
scharfen Kampf, bei dem Graf Günther XXI. die Oberhand behielt.
1345
Am 29.4. belagerten die Erfurter erneut und wieder erfolglos Arnstadt.
1349
Am 30.1. wurde Graf Günther XXI. von Schwarzburg, Arnstädter Landesherr (* 1304) in Frankfurt a. M.
zum Gegenkönig Karl IV. und damit zum Römischen Kaiser gewählt und gekrönt. Er entsagte aber am 26.5.
gegen 20.000 Mark Silber der Krone. Er starb am 14.6. desselben Jahres und wurde in der Mitte des Chores
des St. Johannenklosters zu Frankfurt begraben. Daß er (durch den Frankfurter Arzt Freidank) vergiftet
worden sei, ist unbegründet.
1350
Der Rat der Stadt verlieh "zu seinem Nutz und Frommen" dem Fleischerhandwerk eine Innung und
entwarf jenen „Artikulusbrief“, aus dem alle späteren Satzungen hervorgingen.
1399
Graf Heinrich der Ältere und Heinrich Günther machten sich um die Hebung der Industrie Arnstadts
verdient. Sie verliehen den Wollwebern die Walkmühle und erließen die erste Marktordnung.
1404
In der Propsteirechnung wurde erstmals das Arnstädter Bier erwähnt.
1412
Der Stadtschreiber legte das erste Erbbuch der Stadt an und zum ersten Mal wurden die Stadtviertel
erwähnt:
- Quartale Carecti = Riedviertel
- Quartale Waszinburgense = Wachsenburgviertel
- Quartale Erffurdense = Erfurter Viertel
- Quartale Langestegense = Längwitzer Viertel
1496
Am 1.10. wurde der Besitz zwischen Graf Günther XXXIX., dem Jüngeren, (nach Bewilligung
Günthers d. Ä., Grafen von Schwarzburg) und Graf Heinrich XXXI., der Jüngere, von Schwarzburg,
seinem Vetter, in die Oberherrschaft Arnstadt und die Unterherrschaft Sondershausen geteilt. Dabei kam u.
a. Stadtilm zu Arnstadt.
1524
Mit dem Aufstand der Stühlinger Bauern am 23.6. begann der Deutsche Bauernkrieg.
1525
Am 23.4. (eine Woche nach Ostern) ließ Graf Günther XXXIX von Schwarzburg (laut Dr. Hans Patze, der
letzte katholische Schwarzburger) die Kostbarkeiten des Zisterzienserklosters Stadtilm heimlich nach
Arnstadt bringen (darunter das Klosterarchiv), um sie vor Plünderungen durch aufständische Bauern zu
schützen. Am gleichen Tag rückten aufständische Bauern in Stadtilm ein. Es waren etwa 8.000 Rebellen
aus Rudolstadt, Ilmenau, Blankenburg und Königsee.
Die Stadtilmer Aufständischen faßten am 28.4. ihre Beschwerden in 31 Artikeln zusammen und übergaben
sie dem Grafen, der sich in Arnstadt aufhielt. Die Antwort, die am 29.4. eintraf, konnte nicht befriedigen, so
zogen die Bauern nach Arnstadt, wo sie am 1.5. eine akzeptable Antwort erhielten. Der Haufen
aufständischer Bauern löste sich auf. Danach war es ein leichtes, die Anführer einzeln einzufangen.
Nach der Niederlage der aufständischen Bauern bei Frankenhausen wurden am 17.6. neun „Rädelsführer“
auf Befehl des Kurfürsten Johann von Sachsen, der von Ichtershausen herüber gekommen war, auf dem
Arnstädter Marktplatz enthauptet und die Stadt mußte eine „empfindliche Buße“ (3000 Gulden) zahlen.
Am 2.8. wurden fünf weitere Teilnehmer am Aufstand in Arnstadt hingerichtet.
1531
Am 3. 8. starbt der streng katholische Graf Günther XXXIX. Sein Sohn Heinrich XXXII. konnte jetzt damit
beginnen, auch in Arnstadt die Reformation einzuführen, nachdem die anderen schwarzburgischen Orte wie
Leutenberg, Rudolstadt, Sondershausen u. a. bereits lutherisch waren. Die Aufhebung des
Benediktinerklosters in Arnstadt wurde beschlossen.
1533
Im Frühjahr fand die erste Kirchen-Visitation in Arnstadt statt. Im Anschluß daran wurde die Reformation
unter Heinrich XXXII., dem Gemahl Katharinas von Henneberg, „der Heldenmütigen“ unter dem Beistand
des Kurfürsten von Sachsen öffentlich hier eingeführt. Die Gottesdienste waren ab sofort nur noch
evangelisch. Es erfolgte die Auflösung des Jungfrauen- und des Barfüßerklosters.
1537
Dr. Martin Luther war am 5.2. auf der Durchreise nach Schmalkalden zum zweitenmal in Arnstadt,
nachdem er bereits schon einmal als Mönch hier auf Besuch im Barfüßerkloster von Erfurt aus gewesen
war.
1538
Die Barfüßer (Franziskaner) Mönche mußten infolge der Reformation ihr Kloster am 14.11. endgültig
räumen (Donnerstag nach Martini um 8.00 Uhr).
1540
Der lutherisch-orthodoxe Theologe Joachim Mörlin (* 6.4.1514 Wittenberg; + 23.5.1571 Königsberg in
Preußen) hielt sich (bis 1543) in Arnstadt auf. Er wurde auf Luthers Empfehlung erster Superintendent zu
Arnstadt.
1543
Beim Versuch, Reformen durchzuführen, geriet Mörlin in Streit mit einflußreichen Bürgern und verließ am
22.11. die Stadt.
1544
Mörlins Anhänger in Arnstadt, „Mörlins schwarze Rotte“, schickten ihm am 12.1. eine Bittschrift um
Wiederanstellung. Er kam aber nicht zurück. (Statt dessen wurde er Prediger zu Königsberg, Superintendent
in Braunschweig und Bischof von Ermland)
1553
Schloß Neideck wurde gebaut (Baubeginn).
1554
Graf Günther der Streitbare und seine 3 Brüder ließen den Schloßturm errichten.
1571
Die gemeinsame Regierung der 4 Söhne Günthers XL. wurde beendet. Arnstadt fiel an Günther den
Streitbaren.
Nach mehrhundertjähriger Tätigkeit mußte die Arnstädter Münze auf Beschluß des Reichstages in Jüterbog
ihre Tätigkeit einstellen.
1581
Ein Großbrand in Arnstadt am 7.8. zerstörte nahezu die ganze Stadt. 378 Wohnhäuser, das Rathaus, die
Bonifatiuskirche, Schulen, Predigerhäuser und die Apotheke fielen den Flammen zum Opfer. Schuld an
diesen Brand war der Bürgermeister Hans Bohn oder Nebel genannt.
1617
Der in dem Haus und Hof „zur Rosenburg“ wohnende Bürgermeister Nikolaus Fischer erfand das
Weizenbier. Gebraut wurde das erste Weizenbier in der „Güldenen Gans“ oder einfach „Gans“ (spätere
Poststraße 3 / 1).
1625
Durch „unvorsichtig eingekaufte Lumpen in unserer Papiermühle“ bildete sich ein Pestherd, dem innerhalb
eines halben Jahres 1236 Personen zum Opfer fielen.
1631
Schwedenkönig Gustav Adolf übernachtete am 26./27.9. auf seinen Zug nach Franken in Arnstadt, im
südöstlichen Eckzimmer der Neideck.
1632
Die Stadt „entging nur mit knapper Not" der Plünderung durch die Pappenheimer unter Wachtmeister
Böninghausen durch das energische Eingreifen des Superintendenten Lappe, der eine Abfindung von 4000
(nach anderer Quelle 6000) Taler entrichtete. Allerdings erhielt Böninghausen nur 2000 Taler in bar, die
Verschreibung über den Rest vergaß er mitzunehmen, da er vor den heranrückenden Schweden unter
Herzog Bernhard von Weimar fliehen mußte. Zum Dank erhielt Nicodemus Lappe vom Rat das Recht, „alle
Jahre ein frei Bier brauen“ zu dürfen.
Am 21.10. kam Bernhard von Weimar aus dem Süden von Frauenwald her nach Arnstadt und am 23.10.
traf der Schwedenkönig Gustav Adolf mit 15.000 Mann selbst hier ein. Er blieb bis zum 28.10., um in
Richtung Lützen weiterzuziehen, wo er am 6.11. in der für die Schweden siegreichen Schlacht gegen das
kaiserliche Heer (unter Wallenstein) fiel.
1637
Am 3.10. kam die gesamte kaiserliche Armee unter dem Feldmarschall Graf Johann Götz nach Arnstadt
und quartierte sich hier ein. „ ... und weil solches Jahr der Wein sehr wohl geraten, geschah daran großer
Schade, weil die Armee zwei Tage stille lag und das meiste verwüstete. Es folgte den 5. dieses Monats der
Fortzug auf Gothe zu, woselbst Musterung gehalten wurde.“
1646
Der schwedische Feldmarschall Karl Gustav Wrangel kam von Stadtilm (wo er seit 23.2. sein Hauptquartier
hatte) am 7.4. nach Arnstadt. Im Schloß wurde ihm ein Gastmahl bereitet und im Schloßgarten ihm zu
Ehren ein Feuerwerk entfacht.
Die übrigen schwedischen Truppen lagen an der Saale und vor dem Thüringer Wald.
Am nächsten Tag zog Wrangel wieder weiter. Als Gastgeschenk ließ er 3 Geschütze zurück, die als
Lärmkanonen dienen sollten. (Anmerkung: Diese Geschütze dienten tatsächlich bis 1886 als Lämkanonen
bei Feuergefahr und als Böllergeschütze bei Feiern und zum Wollmarktsbeginn. 2 von ihnen kamen nach
240 Jahren ins Berliner Zeughaus, wo sie um 1930 noch waren, die andere befand sich um 1930 in der
ehemaligen Fürstlichen Waffenhalle in Sigmaringen.)
1661
Wie aus einer Kostenanweisung des Hans Ludwig von Pölnitz hervorgeht, wurde die Käfernburg eingerissen.
Am 15.3. wurde dieser Abbruch durch das Niederlegen der Türme vollendet.
1669
Am 30.3. wurde Maria Klettbach auf dem Rasen unterhalb der Walkmühle als Hexe verbrannt.
Eine Frau aus Rockhausen wurde am 25.5. ebenfalls als Hexe, diesmal vor dem Erfurter Tor verbrannt. An gleicher Stelle wurde am 3.6. eine „Hexe“ verbrannt. Man hatte sie aber vor dem verbrennen „gnädigerweise“ enthauptet.
Barbara Elisabet Schulzin (Schulze), genannt die Futterschnitterin wurde am 12.7. als Hexe enthauptet und verbrannt.
Am 10.9. starb „eine aus Dornheim gebürtige Weibsperson“, die der Hexerei angeklagt war, im Gefängnis.
1670
Am späten Abend des 3.4., dem 1. Osterfeiertag, gegen 23.00 Uhr, brach in der „Güldenen Krone“ am
Holzmarkt Feuer aus, welches sich zu einem Großbrand entwickelte und innerhalb von 2 Stunden 163
Wohnhäuser (Nach anderer Quelle sogar 170) im Längwitzer- und im Riedviertel in Schutt und Asche legte,
darunter auch das gräfliche Landhaus in der Schloßgassse.
1676
Es wurde damit begonnen, die Bonifatiuskirche nach dem Großbrand vom 7.8.1581 wiederaufzubauen.
1683
Der Wiederaufbau der Bonifatiuskirche war abgeschlossen. Die Einweihung fand am 9.3., dem Bußtag,
statt.
1700
Anton Günther ließ südlich von Arnstadt seiner Gemahlin Auguste Dorothea das Schloß Augustenburg
durch den Baumeister Mützel errichten.
1701
In die Neue Kirche wurde eine neue Orgel installiert (diese Bauarbeiten dauerten bis 1703).
1703
Johann Sebastian Bach bekam am 14.8. das Bestallungsschreiben für seine Einstellung als Organist an
der Neuen Kirche ausgehändigt, welches das Datum 9.8.1703 trug.
1705
Die Oper „ Die Klugheit der Obrigkeit in Anordnung des Bierbrauens“ oder einfach „Bieroper“ bzw.„Bierkomödie“ wurde am Donnerstag vor Pfingsten in Arnstadt uraufgeführt. Es wurde vermutet, daß sie der Rektor der Arnstädter Stadt- und Landschule Johann Friedrich Treiber verfaßt hatte.
1707
Johann Sebastian Bach beendete am 29.6. den Organistendienst in Arnstadt und siedelte im Juli nach Mühlhausen / Thür. über, wo er eine Organistenstelle in der Kirche St. Blasi (Blasienkirche) bekam. Er heiratet am 17.10. in der Dorfkirche zu Dornheim seine Kusine Maria Barbara Bach.
1709
Graf Anton Günther II. nam am 26.5. in aller Form die Fürstenwürde an, die ihm schon 1697 gleichzeitig mit seinem Bruder Christian Wilhelm von Sondershausen verliehen worden war. Von nun an gab es (bis 1716) das Fürstentum Schwarzburg-Arnstadt.
1710
Der Fürst Anton Günther II. von Arnstadt richtete in und bei Arnstadt mindestens 3 Laboratorien für
Goldmacher ein: eins im Prinzenhof, dem späteren Gymnasium, eins in Dornheim und ein drittes in
Lehmannsbrück.
1711
Am 9.7. drangen 1400 Mann (Prof. Dr. Johannes Bühring geht von 1500 Mann aus.) weimarische Truppen
unter Befehl des Obristen Rumrodt und des Obristlieutnant von Schlotheim durch den Garten des
Herzoglich Weimarischen Küchenmeister Johann Caspar Schröpfer (Lindenallee) in die Stadt ein und
besetzten sie bis zum 15.7. („Weimarische Woche“).
1724
Fürstin Auguste Dorothea verkaufte die Porzellanfabrik an den ehemaligen Kammerdiener Philipp Anthon
Willmar und den Gerichtsschöppen Joh. Andreas Bergmann aus Marlishausen, die damit gleichzeitig
Besitzer des „Rößchens“ wurden.
1728
(bis 1732) Das Fürstliche Palais wurde erbaut (das spätere Schloßmuseum).
1732
Der Erzbischof von Salzburg Leopold Anton Graf v. Firmians wies die über 30.000 Protestanten aus seinem
Erzbistum aus, die größtenteils nach Preußen zogen. Zwei Züge nahmen ihren Weg über Arnstadt:
der erste am 26.7.,
der zweite am 7.8.
1743
Die fertiggestellte Gottesackerkirche wurde am 23.5., dem Himmelfahrtstag, eingeweiht.
1751
Die Fürstin Auguste Dorothea, die Schöpferin der Puppensammlung "Mon Plaisir", starb am 11.7.
fünfundachtzigjährig auf der Augustenburg. Sie wurde (auf eigenen Wunsch und weil sie katholisch war) in
Erfurt bei den Ursulinerinnen begraben.
1754
Unter Fürst Heinrich I. wurde das Fürstenhaus Schwarzburg-Sondershausen zugleich mit Schwarzburg-
Rudolstadt „in aller Form“ in den Reichsfürstenstand aufgenommen.
1761
Vom 11.12.1761 bis 2.5.1762 hielt sich der vergnügungssüchtige Prinz von Stolberg in Arnstadt auf, „bei
dessen Wegzuge der Stadtsäckel um 25 000 Taler leichter“ war.
1765
Am 21.1. wurde in Arnstadt der Dichter Valerius Wilhelm Neubeck geboren. Er schrieb später das
Lehrgedicht „Die Gesundbrunnen“.
Die Augustenburg wurde auf Abbruch verkauft.
1766
Das neue Waisenhaus war fertiggestellt. Die Waisenkinder, die vorher im Hospital St. Georgi untergebracht
waren, hielten Einzug.
Das kleine Museum „Mon plaisir“, die Sammlung der Fürstin Auguste Dorothea, wurde „als eine
Einnahmequelle“ in den früheren Betsaal des Waisenhauses in der Kohlgasse eingerichtet. Die Sammlung
war in 14 Glasschränken untergebracht.
1768
Die erste regelmäßige Zeitung in Arnstadt „Arnstädtische wöchentlicher Anzeigen“ erschien erstmals am 15.10.
1772
Ein Teil des Schlosses Neideck stürzte ein, der Rest wurde abgetragen.
1788
Die Günthersmühle vor dem Riedtor brannte am 18.1. Alle Nebengebäude der Mühle, wie Backhaus, Öl-,
Graupen- und Schneidemühle wurden vernichtet.
1795
Zusätzlich zum „Arnstädtischen wöchentlichen Anzeiger“ erschien jetzt die „Gnädigst privilegierte
Arnstädtische Zeitung“.
1798
Willibald Alexis (eigentlich Wilhelm Heinrich Häring) wurde am 29.6. in Breslau, dem späteren Wroclaw,
geboren.
1806
Nach der Niederlage Preußens bei Jena und Auerstedt wurde auch unser Fürstentum unter französische
Herrschaft gestellt.
1808
Für die Einquartierungslisten wurden die Häuser erstmals durchnumeriert. Offiziell eingeführt wurden die
Hausnummern aber erst im Jahre 1832.
1813
Für die Kriegszeit erfolgte die Einrichtung der Liebfrauenkirche, die seit einigen Jahren nur noch als
Frühkirche genutzt worden war, als Heu- und Strohmagazin.
In den Tagen vom 24.-26.10., nach der Schlacht bei Leipzig, marschierten ca. 100.000 Russen und
Österreicher durch Arnstadt und seine Umgebung und quartierten sich in und um Arnstadt ein. Nach der
Zusammenkunft der drei verbündeten Herrscher in Dornheim, übernachtet Kaiser Franz von Österreich in
Dornheim (im Schierholz´schen Gut), der Zar Alexander I. von Rußland im hiesigen Schloß, genauer
gesagt: im Haus Nr. 206, das Haus „zum Pelikan“, die spätere Zimmerstraße 16. Der dritte im Bunde war
König Friedrich Wilhelm von Preußen. Seine Truppe von 2400 Mann lagerte in Angelhausen, das damals
nur 18 Häuser hatte.
1817
Die Stadtmauern wurden z. T. bis auf die Hälfte abgetragen.
1819
Der spätere Schriftsteller und Dichter Ludwig Bechstein kam als 17-jähriger nach Arnstadt, um eine Lehre als Apotheker aufzunehmen (in der Apotheke unter der Marktgalerie).
1823
Zusätzlich zum „Arnstädtischen wöchentlichen Anzeiger“ und zur „Gnädigst privilegierten Arnstädtischen
Zeitung“ erschien ab Januar das „Arnstädtische Regierungs- und Intelligenzblatt“.
Die beiden Stifte St. Georgi und St. Jacobi vereinigten sich.
1825
Die Gründung einer „Sparcassen-Anstalt“ in Arnstadt wurde vom Fürsten genehmigt. Die Vorsteher,
Buchhalter und Kassierer dieser Anstalt wurden am 14.3. „auf besondere Instruktionen in die Pflicht
genommen“. Als Gründungsdatum gilt der 2.6.
Die Schriftstellerin Eugenie Marlitt (John) wurde am 5.12. in Arnstadt Nr. 7 (späterer Markt 12) geboren.
1829
Am 7.11. wurde die Frau des Taschenspielers Louis von Linsky bei der Darstellung eines Kunststücks im
Rathaussaal von einem Soldaten, Namens Schlamann aus Niederwillingen, versehentlich erschossen.
(Später wird dieser Vorfall zur Romangrundlage "Das Geheimnis der alten Mamsell" von E. Marlitt.)
1830
Der erste Kindergarten Arnstadts wurde am 1.3. ins Leben gerufen. Die offizielle Eröffnung (mit den ersten
Kindern) erfolgte am 24.5.
1831
In der Nacht vom 8. zum 9.3. brach (mutmaßlich) in der Kritzler´schen Scheuer (im Längwitzer Viertel)
Feuer aus. Das ganze südliche Häuserviereck des Kohlenmarktes (7 Wohnhäuser) mit allen Hinter- und
Nebengebäuden wurden in Asche gelegt.
Die Gottesackerkirche (später Himmelfahrtskirche genannt), die „in den letztvergangenen kriegerischen
Zeiten“ als Lazarett gedient hatte, wurde nun nach ihrer Wiederherstellung am Himmelfahrtstag erstmals
wieder gottesdienstlich genutzt.
Die Cholera brach aus.
1832
Die Hausnummern wurden offiziell eingeführt.
1835
Seit einiger Zeit hatten sich in Plaue „israelitische“ Familien niedergelassen. Fürst Günther Friedrich Carl
erließ daraufhin am 6.12. eine Verordnung, wonach diese als „hiesige Unterthane“ aufgenommen werden
sollten und daß sie die Erlaubnis erhielten, auch Handwerke, Künste oder Ackerbau erlernen und betreiben dürfen. „Schließlich bemerke ich noch, daß es den Israeliten nicht verwehrt werden soll und kann, ihre
Kinder in ihrer Religion besonders unterrichten zu lassen. Dagegen ist es sehr zu wünschen, daß sie
dieselben nicht ferner den öffentlichen Schulanstalten entziehen, denn es liegt in ihrem eigenen Interesse,
ihre Jugend der christlichen an Bildung nicht nachstehen zu lassen.“
Am 14.12. erfolgte in Arnstadt die Einführung der Straßenbeleuchtung durch Öllaternen.
1836
Das Archivgebäude in der Ritterstraße wurde zu einer Fronveste eingerichtet.
Im November erschien eine Arnstädter Chronik, die ursprünglich von dem Bürger J. G. Starkloff entworfen
worden war, jetzt aber umgearbeitet und ergänzt worden war.
1842
Am 18.5. erfolgte die Einweihung der Bürgerschule am Schulplan. Die 11 Lehrer unterrichteten 333 Knaben
und 415 Mädchen.
1845
Ein Großbrand am 13.4., nach 4.00 Uhr, legte eine Seite der Kirchgasse und 6 Häuser „Unterm Berge“ (die
spätere Marktstraße) in Schutt und Asche. Insgesamt wurden 14 Häuser nebst Hintergebäude vollständig
vernichtet und 1 Haus sehr stark beschädigt.
Mit Wirkung vom 12.9.1845 war in allen deutschen Bundesländern, also auch in unserem Fürstentum, der
Sklavenhandel (auch „Negerhandel“ genannt) verboten und unter Strafe gestellt.
1848
Die Pariser Februarrevolution rieft im März in Deutschland eine allgemeine Bewegung hervor. Das Volk
verlangte mehr Freiheit und mehr Rechte.
Laut Fürstlicher Verordnung vom 14.3. wurde in unserem Fürstentum die Zensur abgeschafft und
Pressefreiheit zugesichert.
Am 26.3. kamen in Arnstadt Sachbeschädigungen und Diebstähle fremden Eigentums vor. Es wurden einer
Anzahl von Beamten „Katzenmusiken“ gebracht und Fenster eingeworfen. Beim Landgerichtsassessor
Hülsemann und beim Stadtsyndikus Hunnius drang man in die Wohnungen ein. Der
Gendarmeriewachtmeister Keil flüchtete und kehrte nicht wieder zurück.
Fürstin Karoline verfaßte einen Aufruf unter dem Titel „An meine lieben Arnstädter“.
Auf Grund der ausgebrochenen Unruhen war laut Verordnung vom 27.3. „mit einbrechender Dunkelheit das
Herumziehen und jeder unnöthige Aufenthalt in den Straßen und auf öffentlichen Plätzen“ verboten.
Eine Bürgerwehr wurde gegründet.
Die für den 1.4. festgelegte Auflösung des Bürgermilitärs und der Landmiliz wurde bis auf Weiteres
ausgesetzt.
Arnstadt erlebte am 26.4. neue Unruhen. Eine große Anzahl Einwohner wollte abends, gegen 21.00 Uhr, den
wegen grober Ausschreitungen im „Roß“ festgenommenen Seiler Friedrich Richter aus der Fronfeste
befreien. Die Bürgerwehr sperrte deshalb die Ritterstraße ab und zwang einen Teil der Ruhestörer, die
bereits in den Garten der Fronfeste eingedrungen war, ihre Flucht durch einen kühnen Sprung in den
Schloßgarten zu bewerkstelligen.
1850
Der erste Wollmarkt in Arnstadt fand am 17. und 18.6 statt.
1851
Nach der „Erbohrung“ der Quelle in Arnshall wurde das „Sohlbad Arnstadt“ gegründet.
1852
Willibald Alexis siedelte, von Berlin, nach Arnstadt über.
1854
Die Kaserne in der Bahnhofstraße wurde nach dem Tode der Fürstin Karoline aufgelöst, das Militär nach
Sondershausen verlegt.
1855
Ein neu eingerichtetes Herrenbad an der Lohmühle eröffnete am 1.6. Der Eintritt betrug 1¼ Silbergroschen,
das Abonnement 15 Sgr. Das Damenbad bestand schon länger. Hierfür gab es auch einen Damenbad-Verein.
1863
Am 1.10. eröffnete die „Thüringer Gasgesellschaft in Leipzig“ (Privatgesellschaft) eine Gasanstalt in der
Nähe des späteren Südbahnhofes. Durch die Stadt wurden Gasrohre verlegt. Es erfolgte die Umstellung der
Straßenbeleuchtung von Öl auf Gas. Auch die Räume des Ratskellers und des Nachtwächterlokals
erhielten Gasbeleuchtung. Betriebseröffnung der Gasanstalt war Anfang November.
1864
Die "Freiwillige Turner-Feuerwehr" wurde gegründet, der sofort 86 Männer beitraten.
1867
Der Eisenbahnbau Arnstadt - Dietendorf begann Anfang des Jahres.
Die Eröffnung der Eisenbahnstrecke erfolgte am 16.5.
1868
Die Gewerkschaft der Handschuhmacher wurde (in der späteren Riedschänke) gegründet.
Auch eine „Genossenschaft der Schuhmacher“ wurde ins Leben gerufen.
In der Nacht vom 27. zum 28.8. brach in der Rosengasse ein Feuer aus, das an ihrer Ostseite 10
Wohnhäuser mit ihren Neben- und Hintergebäuden und der Weiße entlang die ganze nördliche Häuserreihe
bis an die Klausgasse, 8 Wohnhäuser mit Neben- und Hintergebäuden zerstörte. Insgesamt fielen 27 Häuser
den Flammen zum Opfer.
1870
Während der Mobilmachung ganz Deutschlands, wegen der Kriegserklärung Louis Napoleon III. gegen
Preußen, fand am 17.7. ein außerordentlicher Bettag statt.
1871
Am 18.6. wurde, wie in ganz Deutschland, auch hier das Friedensfest begangen, anläßlich des Sieges
Deutschlands über Frankreich.
Der Schriftsteller Willibald Alexis (Georg Wilhelm Heinrich Häring) starb am 16.12. in Arnstadt.
1872
Die ersten Vorarbeiten (Vermessungen) zum Bau der Eisenbahnstrecke Arnstadt - Meiningen begannen im
Juni.
1875
Mit Wirkung vom 1.1. trat für unser Fürstentum die Reichsmarkwährung in Kraft. 1 Taler waren 3 Mark.
1877
Die neu erbaute Katholische Kirche wurde am 16.8. eingeweiht.
1878
Das „Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“ (Sozialistengesetz), das
am 22.10. in Kraft trat, hatte auch Auswirkungen in Arnstadt. Vor allem wurden die in den 60er Jahren
entstandenen Gewerkschaften aufgelöst, außer der der Handschuhmacher und der der Buchdrucker.
1879
Die feierliche Einweihung der Bahnstrecke Arnstadt - Ilmenau fand am 3.8. statt. Die offizielle Eröffnung
erfolgte am 6.8.
1880
Am 14.4. fand der Vertragsabschluß zur Restaurierung der Liebfrauenkirche zwischen dem dafür gebildeten
Komitee und dem Baumeister Herrn Stier statt. Die Genehmigung des Fürstlichen Ministeriums lag ebenfalls
bereits vor.
1882
Die neu eingerichtete Loge der Freimaurer „Zu den drei Gleichen“ in Arnstadt feierte am 26.3. unter
Beteiligung mehrerer Deputationen auswärtiger Logen ihr Stiftungs- und Einweihungsfest.
1884
Die erste elektrische Beleuchtung in Arnstadt wurde Anfang Oktober in der Friedrichsmühle des Herrn R.
Mämpel inbetriebgenommen.
1885
Etwa 20 bis 25 Schuhmacher (Zwicker und Ausputzer) der „von Rhein´schen Schuhfabrik“ legten am 13.7.
die Arbeit nieder. Über die Hintergründe, die Dauer und den Ausgang des ersten Streiks in Arnstadt war
nichts genaues zu erfahren.
Am Montag, dem 14.9., wurde der erste Spatenstich für den Bau der Eisenbahnstrecke Arnstadt -
Ichtershausen ausgeführt.
Die Eröffnung der 5,12 Kilometer langen Strecke fand am Sonntag, dem 13.12., statt.
1887
Am 22.6., in den Morgenstunden, verstarb die Schriftstellerin Eugenie Marlitt nach vorausgegangenen
längeren Leiden in ihrem Haus an der Hohen Bleiche 26e. Ihre Beerdigung fand am Sonnabend, dem 25.6.,
„unter großen Ehren“ auf dem Alten Friedhof statt.
1888
Einweihung der restaurierten Liebfrauenkirche erfolgte am Sonntag, Quasimodogeniti, dem 8.4.
1892
Der erste Spatenstich an der neuen Eisenbahnlinie Arnstadt - Saalfeld (auf Arnstädter Gebiet) wurde am
1.4. gemacht und zwar oberhalb des neuen Friedhofes. Auf der Strecke von Görbitzhausen bis Stadtilm und
in Stadtilm (Oberilm) war bereits tüchtig geschafft worden.
1894
Das Museum wurde gegründet. Es hatte 107 Exponate.
Am 18.6. erfolgte die Eröffnung der Eisenbahnstrecke Arnstadt-Stadtilm (15,85 km).
1895
Da das versuchsweise bei einigen Straßenlaternen angewandte Gasglühlich sich bewährt hatte, so beschloß
der Gemeinderat Ende Juni 3.900 Mark für allmähliche Umstellung der Straßenlaternen in Gasglühlichter zu
bewilligen.
Die Elektrifizierung der Stadt begann im September. Von der Zentralstelle des Herrn Rudolf Ley führten die
ersten Leitungsdrähte zu den Geschäftsräumen der Herren Gebr. Bauer in die Rosenstraße. Bald sollten
auch andere Geschäfte von der Firma Ley mit Strom versorgt werden.
Ein modernes Schwimm- Wannen- und Volksbad entstand. Die Fertigstellung erfolgte am 30.10.
Am Mittwoch, dem 6.11., wurde das Schwimmbad feierlich eröffnet. Es hatte ca. 60.000 Mark gekostet.
Die Eröffnung der Eisenbahnstrecke Stadtilm - Saalfeld erfolgte am 2.12. Der erste offizielle Zug nach
Saalfeld fuhr 7.17 Uhr von Stadtilm ab, der offizielle geschmückte Festzug jedoch erst um 12.10 Uhr, von
Arnstadt ausgehend. Alle Unterwegsbahnhöfe waren festlich geschmückt.
1899
Am 5.8. wurde damit begonnen, eine Hochdruckwasserleitung zu bauen.
Beim Aufgraben zur Legung der neuen Hochdruckwasserleitung wurde am 28.9. in der Erfurter Straße ein
Topf mit Münzen gefunden, die vorwiegend aus dem Jahre 1813 stammten.
Die neu gebaute Hochdruckwasserleitung wurde am 15.8. eröffnet.
1901
Der Komponist Walter Jäger wurde am 23.10 in Arnstadt geboren. Sein wohl bekannteste Stück ist „Wenn
abends die Heide träumt“.
1903
In den ersten Nachmittagsstunden des 28.2. ging in Arnstadt bei Sonnenschein ein feuchter Sandregen, mit
Wüstensand aus Afrika, nieder. Zeitweise verwandelte sich das fortgesetzte Herabrieseln von in der Sonne
blitzenden Sandkörnchen zu förmlichen Staubwolken. Die Fensterscheiben wurden infolge der feuchten
Niederschläge von Sand fast undurchsichtig.
Der Gemeinderat beschloß am 21.7. das 1896 in der Fleischgasse errichtete Elektrizitätswerk der Firma von
Rudolf Ley zum Preis von 210.000 Mark anzukaufen.
1904
Am 1.4. wurde zu Ehren des Schriftstellers Willibald Alexis vor seinem ehemaligen Wohnhaus auf der
Lindenallee ein Denkmal errichtet.
1905
Am 25.9. sprach Karl Liebknecht zur Arnstädter Bevölkerung.
1906
Der erste, in Arnstadt gebaute PKW (von der Firma Ley), verließ den Betrieb.
1907
In der Erfurter Straße, beim Drogisten Pietzsch, brach am 7.1. ein Großfeuer aus. Die daneben liegenden
Häuser von Zeiger, Schrickel und Helbig mußten eiligst abgerissen werden, um ein weiteres Übergreifen der
Flammen zu verhindern.
1909
Seit dem 29.3.1909 waren die beiden Fürstentümer Schwarzburg - Rudolstadt und Schwarzburg -
Sondershausen durch Personalunion miteinander vereint. Sie blieben aber zwei getrennte Staaten.
Der für 15.000 Mark auf dem Marktplatz errichtete Bismarck-Brunnen wurde am 2.9. enthüllt.
1910
In der Nacht vom 20. zum 21.8. erfolgte die Inbetriebnahme des hochgelegten Gleises bei Arnstadt-Süd. Als
Erstes rollte um 3.20 Uhr ein Güterzug mit ca. 100 Achsen über das neue Gleis.
1911
Am 11.4. wurde die, nach schwierigen Verhandlungen erbaute, Arnsbergschule geweiht.
1912
Nach der neuen Kreis- und Gemeindeordnung war Arnstadt mit Wirkung vom 1.10. eine kreisfreie Stadt.
Das Landratsamt wurde mit dem in Gehren vereinigt und dorthin verlegt.
1913
Die jüdische Synagoge wurde am 27.9. feierlich eingeweiht.
Die Einweihung des Marlittdenkmals erfolgte am 5.10.
1914
Am Morgen des 19.3., gegen 9.00 Uhr, wurde das in Gotha stationierte Militär-Luftschiff „Z 2“ über Arnstadt
gesichtet. Es wendete hier und nahm Kurs nach Erfurt; von dort kehrte es wieder nach Gotha zurück.
Am 28.7. erklärte Österreich-Ungarn Serbien den Krieg. Die in Stadtilm befindlichen militärpflichtigen
Österreicher reisten in ihre Einberufungsorte zurück.
Am 29.7. war bei dem lebhaften Westwind in Stadtilm starker Kanonendonner vom Übungsplatz Ohrdruf zu
hören, wo ein Manöver mit mehr als 5000 Mann Infanterie (dabei die 96er) stattfand.
Mit der Kriegserklärung Deutschlands an Rußland am 1.8. begann für uns der Erste Weltkrieg. Am
Nachmittag wurden rote Zettel an die Litfaßsäulen geheftet, auf denen die Mobilmachung angezeigt wurde.
Am 3.8. erfolgte die Kriegserklärung an Frankreich. Der deutsche Einmarsch in das neutrale Belgien bot
Anlaß für den Kriegseintritt Großbritanniens am 4.8. Japan trat am 23.8. auf seiten der Entente in den Krieg
ein. Das große Morden hatte begonnen.
1917
Am 10.1. wurden die Orgelpfeifen aller Stadtkirchen beschlagnahmt und für Kriegszwecke eingezogen.
Ab 5.2. blieb die Straßenbeleuchtung ausgeschaltet.
Wegen der fehlenden Männer, wurden Kriegsgefangene zur Arbeit eingesetzt.
Am 1.3. erfolgte erstmals die Zufuhrsperrung des Stadtgases.
In der Zeit vom 6. bis 19.2. wurden wegen der extrem niedrigen Temperaturen „Kälteferien“ verordnet. Das
Thermometer zeigte bis zu – 27 Grad C. an.
Am 1.3. erfolgte die Beschlagnahme von Aluminium, kurz darauf der Kirchenglocken. Das Geläut der
Liebfrauenkirche blieb (vorläufig!) vollständig erhalten.
Am 9.3. wurden sämtliche Blitzableiter beschlagnahmt.
Das erste städtische Notgeld (50-Pfennig-Scheine) wurde am 20.3. in Umlauf gebracht.
Von den 36 bestehenden Arnstädter Bäckereien wurden 18 wegen Mangels an Heizmaterial ab 2.9.
stillgelegt. 5 davon eröffneten später wieder, die anderen erst Anfang 1919.
1918
Am 13.5., 27.7. und 12.8.1918 gab es wegen Mehlmangels in Arnstadt kein Brot. Am 19.8. begann eine
„fleischlose Woche“.
Am 18.9. kam es in Arnstadt vor dem Rathaus und den Wohnungen einiger städtischer Beamten zu
„Lebensmittelunruhen“. Gegen Mitternacht traf Militär aus Erfurt ein und stellte die Ruhe wieder her.
Am 2.9. mußte nun auch die Liebfrauenkirche eine ihrer Glocken für Kriegszwecke abgeben.
Am 3.11. begann mit dem Matrosenaufstand in Kiel die Novemberrevolution.
Mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandes in Compiégne am 11.11. ging der Erste Weltkrieg zu Ende.
Der Kaiser dankte ab.
Die überlebenden Krieger kehrten zurück.
Seit dem 11.11. gab es in Arnstadt einen Arbeiter- und Soldatenrat, der die städtische Verwaltung, ohne sie
zu stören, überwachte, und verschiedene „Hamsterlager“ beschlagnahmte.
Am 23.11., bedingt durch die Novemberrevolution in Deutschland, dankte Fürst Günther von Schwarzburg -
Rudolstadt und Sondershausen ab. Das Fürstentum wurde aufgelöst und später in den Freistaat
Schwarzburg - Sondershausen verwandelt. Schwarzburg-Sondershausen wurde durch einen Landesrat
unter Vorsitz des Landtagspräsidenten, Oberbürgermeister Dr. Bielfeld aus Arnstadt, verwaltet.
1919
Schwarzburg - Sondershausen war seit 1.4. Freistaat.
Der Arbeiter- und Soldatenrat von Arnstadt löste sich am 10.4. auf.
1920
Infolge des Kapp-Putsches kam es auch in Arnstadt vom 15. – 24.3. zum Generalstreik.
Am 24.3. wurde Arnstadt von Bewaffneten aus Ohrdruf überfallen. 3 Arnstädter wurden getötet.
Die bestehenden sieben Einzelstaaten Schwarzburg-Rudolstadt, Schwarzburg-Sondershausen, Sachsen-
Weimar-Eisenach, Sachsen-Meiningen, Reuß, Sachsen-Altenburg, Sachsen-Gotha (ohne das Gebiet
Coburg) wurden am 30.4. zum Land Thüringen vereint.
1921
Eine Teuerungswelle setzte ein, als Vorboten einer furchtbaren Inflation.
Ein Teil des Friedhofs wurde für die Juden abgegrenzt. Als erste Leiche wurde dort Frau Hulda Pommer (+ 16.5.1921) bestattet.
1922
Am 18.3. erfolgte die Weihe des Grabdenkmals für die im März 1920 gefallenen 3 Arnstädter.
Zum 1. Mal war der 1. Mai ein gesetzlicher Feiertag. Die öffentlichen Gebäude hatten in schwarzrotgoldenen
Farben geflaggt.
Die Weihe des Kriegerdenkmals auf dem Ehrenplatz des Friedhofs erfolgte am 11.6.
Anläßlich eines Streiks am 30.6. wurde ein Studierender des Polytechnikums erschossen; am 28.10. ein
zweiter.
Mit Wirkung vom 1.10. war Arnstadt Stadtkreis des Landes Thüringen. Dornheim und Angelhausen-
Oberndorf wurden eingemeindet. (Am 1.10.1923 kam auch Rudisleben hinzu).
1923
Am 11.8. wurde anläßlich einer Bannerweihe der Jugendorganisation „Die Knappenschaft“ der Knappe
Alfred Garscha aus Gotha in Arnstadt von (wie es später hieß) „verhetzten Volksgenossen“ schwer
verwundet. Am 12.8. erlag er im Krankenhaus Arnstadt seinen Verletzungen. Der Verstorbene war ein
eingetragenes Mitglied der NSDAP.
Am 19.8. wurde der neu errichtete Sportplatz des „Arnstädter Sportvereins e. V.“ eingeweiht.
Die Behörden des Landkreises bezogen am 30.9. den Neubau im Schloßbezirk.
Rudisleben wurde am 1.10. nach Arnstadt eingemeindet.
Die Inflation erreichte im Dezember ihren Höhepunkt. 1 Dollar kostete 4,2 Billionen Mark; Für 1 Pfund Brot
mußte man 260 Milliarden Mark bezahlen. Eine Tageszeitung, zum Beispiel, kostete Anfang Dezember pro
Woche ca. 450 Milliarden Mark oder 45 Pfennig (in Goldmarkwährung).
1924
Um Ruhe bei den Landtagswahlen zu gewährleisten, rückte am 20.1. die 10. Kompanie des Reichswehr-
Infanterie-Regiments 18 in Arnstadt ein und blieb bis zum 10.2. hier.
Dornheim wurde mit Wirkung vom 16.6. aus Arnstadt wieder ausgemeindet.
In den Tageszeitungen waren erstmals Anfang November Hakenkreuze abgebildet. Die
„Nationalsozialistische Freiheitsbewegung Großdeutschlands“ rief dazu auf, bei der Reichstagswahl am
7.12. Liste Nr. 6 zu wählen.
1925
Rudisleben wurde mit Wirkung vom 5.2. aus Arnstadt wieder ausgemeindet.
1926
Die Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit nahm immer mehr zu.
Die Weihe des Ehrenmals für die Gefallenen des Weltkrieges wurde am 16.5. auf dem alten Friedhof
geweiht. Auch der „Arnstädter Verband naturwissenschaftlicher und mathematischer Vereine errichtete ein
Ehrenmal in der Nähe der Alteburg. Dieses wurde am 25.5. geweiht.
1928
Das neu erbaute Arbeitsamt und das Feuerwehrhaus an der Katharinenstraße wurden am 5.1. eingeweiht.
1933
Am 30.1. wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt.
Am 26.5. erfolgte auf dem Marktplatz öffentlich und propagandistisch die Verbrennung der Bücher von
Schriftstellern und Wissenschaftlern, die den Nationalsozialisten unbequem waren.
1935
Am 14.5. wurde die erste Luftschutz- und Verdunklungsübung in Arnstadt durchgeführt.
1938
Die jüdische Synagoge ging in der „Kristallnacht“ (9. zum 10.11.), von SA-Leuten angesteckt, in Flammen
auf.
1939
Am 26.8. wurden die Reservisten der Deutschen Wehrmacht alarmiert und Gestellungsbefehle schon am
frühen Morgen zugestellt.
Am 28.9. trat die Bezugsscheinpflicht für Lebensmittel in Kraft. Brot, Mehl, Kartoffel und noch einige andere
Lebensmittel fielen nicht unter dieses Gesetz. Das Hamstern von Lebensmitteln wurde unter Strafe gestellt.
Mit dem Überfall der deutschen Truppen (ohne Kriegserklärung) auf Polen am Freitag, dem 1.9., begann
der Zweite Weltkrieg.
Nach Einbruch der Dämmerung mußten ab sofort alle Fenster verdunkelt werden.
Es wurden für die Verbraucher von Fleisch und Fleischwaren, von Milch und Milcherzeugnisse und für
Speiseöle und -Fette Kundenlisten angelegt und Ausweisabschnitte ab 1.9. eingeführt.
1940
Der Winter war kalt (bis zu -25 Grad C.). Die Kohlen wurden knapp und es gab sie nur auf Bezugsschein.
1941
Am 22.6. erfolgte der Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion.
Am 4.7. wurde eine Kartoffelkäfersuchaktion gestartet.
NSDAP-Kreisleiter Mütze war in diesen Tagen viel im Kreis unterwegs, um kämpferische Reden zu halten.
1944
Im Jonastal wurde das Außenlager „S III“ des KZ Buchenwald angelegt. Es sollte ein Führerhauptquartier
errichtet werden. Das Gebiet zwischen Ohrdruf, Crawinkel und Arnstadt führte den Decknamen „Olga“.
Mit der Landung am 6.6. in Nordfrankreich eröffneten die westlichen Alliierten in Europa die zweite Front.
1945
Ab Februar war fast täglich Fliegeralarm.
Am 6.2. kamen 85 Menschen bei einem Bombenangriff der Alliierten auf Arnstadt ums Leben, 21 Gebäude
wurden total zerstört.
Die Front rückte immer Näher; die Amerikaner waren auf dem Vormarsch.
Sie näherten sich der Stadt, ihre Artillerie eröffnete am 4.4. das Feuer auf Arnstadt.
Ab 6.4. durchzogen größere Trupps KZ-Häftlinge die Stadt. Der Marsch (in Viererreihen) dauerte einen
ganzen Tag.
Vier Tage später, am 10.4., nachdem der Nazi-Kreisleiter Mütze geflohen war, wurden die weißen Fahnen
gehißt. Die amerikanischen Truppen besetzten die Stadt.
Am 7.5. unterzeichneten Generaloberst Alfred Jodl, Chef des Stabes des OKW und Generalfeldmarschall
Wilhelm Keitel, Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, die bedingungslose Kapitulation Deutschlands.
Der Waffenstillstand trat am 9.5.1945 um 00.1 Uhr in Kraft.
Die ersten Kriegsgefangenen kamen aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück. Andere zogen durch
die Stadt, ihrer Heimat zu. Sie wurden von der Stadtbevölkerung verpflegt, so gut es eben ging.
Gemäß den Vereinbarungen der Alliierten verließen am 3.7. die Amerikaner Arnstadt.
Ab 4.7.1945, um 0.00 Uhr, war Arnstadt Bestandteil der Sowjetischen Besatzungszone.
Die sowjetischen Truppen marschierten ein. Chef der Verwaltung der Sowjet-Militäradministration des
Landes Thüringen wurde Garde-Generalmajor Kolesnitschenko.
Am 10.8. fand in Arnstadt eine große Razzia nach ehemaligen Mitgliedern der NSDAP statt.
Am 1.9. veranstaltete die GPU wieder eine Verhaftungswelle. Wieder wurden alle ehemaligen NSDAP-
Mitglieder festgenommen, diesmal außerdem auch alle ehemaligen Offiziere und Unteroffiziere vom
Dienstgrad Feldwebel aufwärts.
Es trafen immer mehr ehemalige deutsche Soldaten aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft hier ein. Fast
alle waren sie krank und schrecklich unterernährt.
Entsprechend des Gesetzes über die Bodenreform im Land Thüringen vom 10.9. 1945 wurde sofort in
Arnstadt verfahren. Entschädigungslos enteignet wurden alle Großgrundbesitzer mit mehr als 100 ha
Betriebsfläche, sowie alle Kriegsverbrecher und Faschisten, unabhängig von der Größe ihrer Wirtschaft. Die
so entstandenen Neubauern-Betriebe erhielten eine Bodenzuteilung von 8 bis 10 ha.
Die ersten Volkseigenen Betriebe entstanden.
Am 1.10. war wieder einmal Schulbeginn. Viele Lehrer durften wegen ihrer NS-Vergangenheit nicht mehr
unterrichten.
Wie in ganz Deutschland, so auch in Arnstadt, mußten die Bürger mehr zusammenrücken, um Platz für die
vielen Umsiedler zu machen, die aus Ostpreußen und anderen Ostdeutschen Gebieten vertrieben wurden.
Am 27.12. bekamen alle ehemaligen Nazis eine Liste, in der sie ihr Vermögen (Nazivermögen) auflisten
mußten. Sie befürchteten nun, daß ihnen das alles genommen wird.
1946
Am 21./22.4. schlossen sich SPD und KPD zusammen. Die SED wurde gegründet.
1947
Viele Umsiedler aus den Ostgebieten suchten auch in unserer Stadt Zuflucht.
Seit 20.2. kam es wegen Kohlenmangel immer wieder zu Stromabschaltungen.
1948
Infolge der Währungsreform wurde in Arnstadt am 24.6. eine eigene Briefmarkenserie herausgegeben. Es
handelte sich dabei um die sogenannte II. Kontrollratsausgabe, allerdings mit einem Aufdruck auf dem
Markenbild von links unten nach rechts oben Arnstadt und mit der Bezirksnummer 16.
1949
120 Feuerwehren aus Arnstadt und Umgebung bekämpften am 27.8. das Großfeuer in der Günthersmühle.
1951
Das Marlittdenkmal fiel einem Abriß zum Opfer.
1952
Es erfolgte die Aufteilung des Landes Thüringen in die drei Bezirke Erfurt, Gera, Suhl.
1953
Die ersten Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) wurden gebildet.
Seit 1.5. erfolgte die Einführung der „Arbeitsnormen“.
Der erste Mähdrescher aus der Sowjetunion traf im Juni hier ein.
Die Arbeiter-Wohnungsbaugenossenschaft (AWG) wurde gegründet.
1954
In der DDR wurde die Jugendweihe eingeführt.
Ein Hagelunwetter am 7.8. richtete Schäden im Kreisgebiet an.
1955
Am 5.6. eröffnete das Freibad an der Hammerecke.
Es gab die ersten Fernsehapparate vom Typ „Rembrandt“ zu kaufen.
1956
Nach der Renovierung des Theaters bot es für 480 Personen Platz und wurde von Erfurt, später von
Rudolstadt aus, bespielt.
1960
Fast alle Landwirtschaftlichen Betriebe waren in die LPGen eingetreten, es gab nur noch wenige
Einzelbauern im Kreisgebiet.
1961
In der Dachpappenfabrik Boll & Sohn brach ein Feuer aus.
1963
Im Juni wurde das „Arbeitertheater VEB Chemieanlagenbau Erfurt-Rudisleben“ als Laientheater gegründet.
1964
In der DDR erfolgte die Einführung von Postleitzahlen. Arnstadt bekam die 521.
1971
Ein Hochwasser in Arnstadt richtete große Schäden an.
1973
Zwei Feuerwehrleute kamen bei der Brandbekämpfung in der Verkaufsstelle für Kinderbekleidung,
Marktstraße 14 am 19.12. ums Leben.
Kamerad Georg Beck
Kamerad Horst Hopf
Ein Hausbewohner konnte nur noch tot geborgen werden.
1974
Arnstadt war Festspielort für die XV. Arbeiterfestspiele vom Freitag, dem 7. bis Sonntag, dem 9.6.
Am 10.9. gab die Deutsche Post der DDR einen Satz Sonderbriefmarken mit Motiven aus der
Puppensammlung "Mon Plaisir" des Schloßmuseums Arnstadt heraus.
1977
Am 21.8. war wieder Hochwasser in Arnstadt.
Das Kinderkaufhaus "Steppke" wurde am 28.11. eröffnet.
1980
Am 9.11. verstarb der in Arnstadt geborene Graphiker, Illustrator und Maler Andreas Paul Weber 87-jährig in
Schretstaken (Lauenburg).
1981
Infolge extrem starker Niederschläge wurde der Kreis Arnstadt am 10. und 11.8. im Bereich der Gera, Ilm
und oberen Wipfra von einer Hochwasserkatastrophe betroffen.
1985
Das Bachdenkmal auf dem Marktplatz, geschaffen von dem Bildhauer Bernd Göbel aus Halle, wurde
feierlich seiner Bestimmung übergeben.
Die 2. Regionale Briefmarkenausstellung fand am 20.5. in Arnstadt statt. Die Post gab hierzu einen
Sonderstempel und der Philatelistenverband einen Sonderbriefumschlag heraus. Beides, Stempel und
Umschlag, stand ganz im Zeichen von Johann Sebastian Bach.
1988
Am 26.10. erfolgte in der Krappgartenstraße die Enthüllung eines Gedenksteines, der an die Pogromnacht
im Jahre 1938 erinnern soll.
1989
In der Kreisstadt Arnstadt kam es, wie in der ganzen Republik, am 7. und 8. 10. zu Demonstrationen.
Am 4.10. wurde das „Kreuzchen“ zerstört.
Am 18.10. trat Erich Honecker zurück, Egon Krenz wurde Vorsitzender des Staatsrats. Bis zu den Wahlen
wurde eine Regierung unter Hans Modrow gebildet.
Am 14.12. erfolget in Arnstadt die Gründung des SPD-Kreisverbandes Arnstadt.
1990
Im Januar werden die Pionier- und FDJ-Organisationen in den Schulen aufgelöst, die Zensuren in der 1.
Klasse abgeschafft.
Am 25.1. erfolgte in der DDR für die Schulen die Einführung der „5-Tage-Unterrichtswoche“.
Rückwirkend trat am 1.2. die Verordnung vom 8.2. über die Gewährung von Vorruhestandsgeld in Kraft.
Seit 5.6. gab es, nach über 40 Jahren, die ersten Arbeitslosen in unserer Stadt.
Am 1.7. wurde in Neustadt bei Coburg das Abkommen der Regierung der DDR und der Regierung der BRD
über die Aufhebung der Personenkontrollen an den innerdeutschen Grenzen und an der Grenze zu Berlin
(West) unterzeichnet. Dieses Abkommen trat sofort in Kraft.
Am gleichen Tag (1.7.) erfolgte die Währungsumstellung. (Währungsunion der DDR mit der BRD).
Am 31.8. wurde der Vertrag unterzeichnet, der den Beitritt der DDR zur BRD am 3.10. regelte
(Einigungsvertrag).
Die beiden deutschen Staaten waren mit Wirkung vom 3.10. wieder vereint.
1991
Nach umfangreichen Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten wurde die Gaststätte „Burgkeller“ am 3.6.
wiedereröffnet.
Im März erfolgten die Auflösungen der letzten HO-Verkaufsstellen.
Das von ABM-Beschäftigten in seiner ursprünglichen Form wieder errichtete „Kreuzchen“ wurde am 14.7.
eingeweiht.
1992
Der Grabstein der Frau von Linsky (+ 1829) neben der Himmelfahrtskirche wurde restauriert und Ende Mai
wieder angebracht.
Die letzten sowjetische Soldaten verließen die Garnison Rudisleben:
- am 2.6. die letzte Kampftechnik (Lafetten für Bodenraketen)
- am 5. und 6.6. die letzten Transportmaschinen
- Mitte Juni die letzten Raketenspezialisten
Letzter Kommandant war Oberst Bagrow.
Am 5.6. hatte Arnstadt hohen Besuch: Bundespostminister Schwarz-Schilling, Thüringer Ministerpräsident
Bernhard Vogel und Lothar Spät besuchten und besichtigten den Betrieb RFT-SEL gegen 16.15 Uhr. Um
17.30 Uhr fand ein Empfang in der Bachkirche statt, wo anschließend ein Orgelkonzert von Gottfried Preller
auf dem Programm stand.
1993
Ab 1.7. galten in ganz Deutschland neue Postleitzahlen. Arnstadt bekam die 99310. Vorher, seit der
Wiedervereinigung, galt die O-5210.
1995
Mit Stichtag vom 1.9. hatte der Amtsbezirk Arnstadt 19 % Arbeitslose.
1998
Am 18.6. fand im Schloßparktheater eine ganz besondere Premiere statt: Das „Chema Amateurtheater“
führte das vor 130 Jahren von Carl Moßberg fürs Theater umgeschriebene Stück „Das Geheimnis der alten
Mamsell“ nach E. Marlitt auf. Die Vorstellung war ausverkauft.
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